Einmaleins statt ABC

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„Die richtigen Mitarbeiter finden und halten“ Die Betreffzeile dieser eMail in meiner Inbox war gut gewählt. So gut, dass ich das Einladungsschreiben zu einem Seminar direkt geöffnet habe. Meine Hoffnung: es könnte ein Angebot beinhalten, was Führungskräften hilft zu verstehen, was wirklich zählt in Sachen Personalsuche und -Entwicklung. Doch schon der erste Absatz der Mail sorgte für Ernüchterung.

Mein Versprechen: Nach dem Seminar „Die besten Mitarbeiter finden und halten” werden Sie nie mehr C-Mitarbeiter einstellen. Die Gefahr durch eine falsche Personaleinstellung extrem viel Geld zu verlieren ist gebannt.

Es ist tragisch, aber leider immer noch üblich: wenn Mitarbeiter (!) die Erwartungen nicht erfüllen, werden sie abgewertet. A, B und C lauten die Kriterien, nach denen unterschieden wird, wie wertvoll ein Mitarbeiter ist. C-Mitarbeiter kosten Geld, lautet die „einfache Formel“.

Diese Formel ist nicht einfach. Sie ist einfältig.

Lassen Sie sich nicht beirren. Das, was Ihnen in solchen Seminaren als ABC-Methode für Personalsuche und -Entwicklung verkauft werden soll, funktioniert nicht. Es widerspricht bereits dem kleinen Einmaleins der Menschenführung.

Das Problem ist nicht der Mitarbeiter. Es ist mein Problem als Führungskraft, wenn Mitarbeiter nicht (mehr) motiviert zur Arbeit kommen und – zwangsläufig – keine guten Ergebnisse zum Unternehmenserfolg beitragen.

Warum ist das mein Problem als Führungskraft? Nicht weil es mir nicht gelungen wäre, den „Mitarbeiter“ zu motivieren.

Ich kann niemand motivieren. Ich kann Menschen entweder manipulieren oder inspirieren. Manipulation ist jeder von außen induzierte Anreiz zur Verhaltensänderung auf rationaler Ebene (Druck, Belohnung, etc.).

Nur wenn es mir gelingt, Menschen zu inspirieren, kann diese „Begeisterung“ sie motivieren. Aber es ist ihre Begeisterung. Ich kann – und muss – sie nur entfachen.

Dazu muss ich wissen, was die Menschen bewegt, die ich führe. Was wirklich zählt in ihrem Leben. Nur was zählt, kann Menschen begeistern. Gleichgültiges wird sie kalt lassen.

Wie finde ich heraus, was wirklich zählt? Es setzt Vertrauen voraus, sich zu öffnen, preiszugeben, was mich bewegt. Dieses Vertrauen ist verloren gegangen bei jenen, die von ihren Vorgesetzten als C-Mitarbeiter bezeichnet werden. Es ist das Vertrauen in den Vorgesetzten!

Ich muss das Vertrauen zurück gewinnen, und zwar nicht nur das Vertrauen des vermeintlichen C-Mitarbeiters, sondern auch aller anderen Menschen, die ich führe und noch führen soll.

Integrität, Offenheit, Klarheit, Empathie, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein sind einige der Eigenschaften, die eine erfolgreiche Führungskraft auszeichnen. Vor allem das Verantwortungsbewusstsein ist gefragt bei der Entscheidung, wen ich mit welcher Aufgabe betraue.

Kann oder will jemand eine Aufgabe nicht leisten, ist es meine Verantwortung. Ich habe ihn oder sie überfordert (oder unterfordert). Mit ABC-Qualitäten hat das nichts zu tun. Wohl aber mit dem Einmaleins der Führung!

Was sind Ihre Methoden, um herauszufinden, welche Aufgabe zu welchem Menschen in ihrem Team passt?

Ihre Erfahrungen interessieren mich!

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