Ethik oder Markt? Wer hat den grösseren Bedarf nach dem anderen?

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Wolf Lotter setzt sich in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brandeins mit der Suche nach dem Glück und der Frage nach dem Sinn von Konsum auseinander. Der Text ist interessant. Die These ist trés chique. „Ethik braucht nicht weniger Markt, sondern mehr.“ Fragt sich nur, welche Art von Markt der Autor meint. Ein Beitrag über Konsum, der nicht an einer Stelle den Club of Rome erwähnt ist wirklich bemerkenswert. Richtig ist: die Herausforderung ist gewaltig, weil der reiche, satte Teil der Erde dem armen, hungrigen erklären muss, dass Konsum kein Selbstzweck ist. Gewissermaßen ist das die Strafe für das Naschen vom Baum der „materiellen Erkenntnis“. Denn diese materielle Fülle hat vor allem die Mittel der Erkenntnis (Wissenschaft und Forschungsinstitute) mit sich gebracht, die heute zwingend nahelegt, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Wie, das ist die spannende Frage. Dazu bleibt der Autor leider Antworten schuldig, bzw. äussert sich sehr missverständlich. Ethischer Markt, bon. Aber dann ein Markt, der alle Güter handelbar macht. Auch natürliche Ressourcen. Dann ergeben sich Preise, die fast zwangsläufig zu weniger Konsum führen. Nicht nur zwischen Nord und Süd wird sich dann die Verteilungsfrage neu stellen. Soll diese Frage produktiv beantwortet werden, muss es wohl eine Aufwertung immaterieller Güter geben, oder Herr Lotter?

Dieser Beitrag ist die ergänzte Fassung einer Antwort auf den Post in der Facebook-Timeline von brandeins.

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